Ein Finaltag mit Martin Kaymer ganz nah dran

79 Finalistinnen und Finalisten, ein besonderer Saisonabschluss und Martin Kaymer ganz nah bei den Kids: Beim Finale der Martin Kaymer Junior Trophy in der Golfanlage Hummelbachaue ging es um starke Scores, viele Begegnungen und einen Tag, der zeigte, was die Serie ausmacht.

Martin Kaymer wartete nicht erst auf die Siegerehrung. Während die Finalistinnen und Finalisten der Martin Kaymer Junior Trophy noch auf der Runde waren, machte er sich bereits auf den Weg über die Golfanlage Hummelbachaue. Er blieb an den Bahnen stehen, schaute den Kids bei ihren Schlägen zu und erlebte das Finale dort, wo es an diesem Tag eigentlich stattfand: draußen auf dem Platz.

Und plötzlich stand da Martin Kaymer am Fairway. Einer der erfolgreichsten deutschen Golfer, zweifacher Major-Sieger und Ryder-Cup-Spieler – und schaute ihnen beim Golfspielen zu. Manche grinsten, andere versuchten vermutlich, sich möglichst wenig anmerken zu lassen. Ganz normal war der nächste Schlag jedenfalls nicht mehr.

Dabei war es alles andere als selbstverständlich, dass Martin an diesem Tag persönlich dabei sein konnte. Nach seiner Schulterverletzung nahm er trotzdem den Weg nach Neuss in die Golfanlage Hummelbachaue auf sich. Schnell wurde deutlich: Er war nicht für einen kurzen offiziellen Termin gekommen.

Er wollte bei den Kids sein.

Zurück an einen besonderen Ort

Dass das Finale ausgerechnet in der Hummelbachaue stattfand, war dabei kein Zufall. Für Martin Kaymer ist die Anlage seit vielen Jahren eng mit seiner eigenen Golfgeschichte verbunden. Schon als junger Spieler verbrachte er hier viel Zeit und arbeitete mit Günter Kessler an seinem Spiel. Die Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Coach begann bereits Ende der 1990er-Jahre und begleitete Kaymer von seinen ersten Jahren im Leistungsgolf bis zu seinen größten Erfolgen.

Die Hummelbachaue wurde dabei zu einem festen Trainingsort. Hier wurde an Schwüngen gearbeitet, ausprobiert, verändert und immer wieder trainiert – lange bevor Major-Siege und Ryder Cups folgten.

Dass heute die Finalistinnen und Finalisten der Martin Kaymer Junior Trophy genau hier ihre Saison beenden, passte deshalb ziemlich gut. An einem Ort, an dem Kaymer selbst viele Stunden als junger Golfer verbracht hatte, stand nun die nächste Generation auf dem Platz. Und diesmal war er derjenige, der am Fairway stand und zuschaute.

Ein Finale, auf das sich viele lange gefreut hatten

Für 79 junge Golferinnen und Golfer war die Hummelbachaue der Abschluss einer langen Trophy-Saison.

Von der AK 12 bis zur AK 18 hatten sie sich über die Turnierserie für das Finale qualifiziert. Viele kannten sich inzwischen aus den vergangenen Monaten, waren sich bei den verschiedenen Stationen immer wieder begegnet, hatten gemeinsam Turniere gespielt, neue Plätze kennengelernt und sich sportlich miteinander gemessen.

Jetzt kamen sie noch einmal alle zusammen. Über 18 Löcher wurde im Einzel-Stableford gespielt. Bei besten Bedingungen ging es ein letztes Mal in dieser Saison um gute Schläge, Punkte und Platzierungen – und natürlich um die Finalsiege.

Bei den Mädchen spielte Anna Kaitlyn Wabo vom GC Hannover die beste Bruttorunde und gewann mit 36 Bruttopunkten. Bei den Jungen setzte sich Maximilian Duve vom GC Hösel mit 37 Bruttopunkten durch.

In der AK 12 gewann Max Henning mit 39 Nettopunkten. Jan Mats Palmowski entschied die AK 14 mit starken 45 Punkten für sich, Lias Wilmering gewann die AK 16 mit 44 Punkten und Sky Lohmann setzte sich in der AK 18 mit ebenfalls 45 Nettopunkten durch.

Auch bei den Sonderwertungen war Präzision und Länge gefragt. Clara Schlagböhmer platzierte ihren Ball beim Nearest to the Pin der Mädchen auf nur 1,30 Meter an der Fahne, bei den Jungen kam Ben Christopher Widemann auf 2,95 Meter heran. Die Longest Drives gingen an Mia Freier und Leopold Hetzler.

Doch als die letzten Flights ins Clubhaus zurückkehrten, war dieser Finaltag noch lange nicht vorbei.

Fragen, Fotos und jede Menge Autogramme

Jetzt hatten die Kids Martin Kaymer für sich. Es wurden Fragen gestellt, Geschichten erzählt, Fotos gemacht und Autogramme gesammelt. Und wer noch etwas wissen wollte, bekam auch noch eine Antwort. Martin nahm sich Zeit. Nicht nur für die Siegerinnen und Sieger. Nicht nur für ein gemeinsames Foto oder die Siegerehrung. Sondern für die Kinder, die ihn treffen wollten.

Genau das machte diesen Nachmittag besonders. Für viele junge Golferinnen und Golfer war Martin Kaymer jemand, den sie vor allem aus Videos, von großen Turnieren oder aus Erzählungen kannten. In der Hummelbachaue stand er plötzlich direkt vor ihnen. Und vor allem: Er hörte zu.

Man sah ihm an, wie viel Freude ihm diese Begegnungen selbst machten. Die glücklichen Gesichter, die Fragen der Kinder, ihre Begeisterung für Golf – all das gehörte an diesem Nachmittag genauso dazu wie die Pokale.

Was die Trophy ausmacht

Genau solche Momente gehörten zur Idee der Martin Kaymer Junior Trophy.

Natürlich ging es um Golf. Um gute Scores, Birdies und darum, sich mit anderen zu messen. Die Kids sollten ehrgeizig sein dürfen. Sie sollten gewinnen wollen und sich über eine richtig gute Runde freuen. Doch über eine Saison passierte noch viel mehr.

Die Spielerinnen und Spieler kamen auf unterschiedliche Golfplätze, trafen bekannte Gesichter und lernten neue Kids kennen. Sie sammelten Turniererfahrung und mussten ihre Runden selbst lösen. Mal funktionierte das richtig gut, mal eben nicht.

Auch das gehörte dazu. Eine schlechte Bahn abhaken. Nach einem misslungenen Schlag weitermachen. Sich über das Birdie des Flightpartners freuen. Entscheidungen treffen und Verantwortung für das eigene Spiel übernehmen. Die Trophy gab den Kindern einen Rahmen, in dem sie genau diese Erfahrungen sammeln konnten – gemeinsam mit Gleichgesinnten.

Das Finale in der Hummelbachaue war deshalb nicht einfach nur das letzte Turnier im Kalender. Es war der Tag, an dem alle noch einmal zusammenkamen.

Was von diesem Samstag blieb, ließ sich nicht nur an den Endergebnissen festmachen.

Und bei einigen wahrscheinlich auch an diesem einen Moment auf der Runde: als sie vom Ball aufblickten und plötzlich Martin Kaymer am Rand des Fairways stand. Und ihnen beim Golfspielen zusah.

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